Mein Leben mit der Angst

Hallo ihr Lieben,
ich bin weiblich, 19 Jahre alt, mache ein Freiwilliges Soziales Jahr und habe Angststörungen.
Allein dieser Satz kostet mich viel Überwindung, jedoch ist Einsicht der erste Weg zur Besserung.
In diesem Blog werde ich euch von meinem Leben mit der Angst und dem Kampf gegen sie berichten.Vielleicht um euch eine Stütze zu sein, vielleicht um euch dazu zu motivieren etwas gegen eure Angst zu tun, vielleicht aber auch einfach um das Thema Angst nicht mehr zu einem Tabuthema zu machen.

Ich kann ich leider nicht genau erinnern wann meine Angststörung eingetreten ist. Ich weiß nur eins, eigentlich hatte ich schon immer Angst.
Als kleines Mädchen viel es mir schwer alleine einzuschlafen, Achterbahn oder andere actionreiche Dinge waren noch nie meins und auch sonst bin ich eher der vorsichtige Typ. Damit bin ich immer gut gefahren.
Ich habe eine wunderbare Familie, die mich in Allem unterstützen, einen bezaubernden Freund, der mittlerweile schon seit drei Jahren sein Leben mit mir teilt und wahrscheinlich die besten Freunde der Welt, dir mir auch immer den Rücken stärken.
Doch all dies ändert nichts an meiner Angst.
Vor circa 2 Jahren fing diese nämlich an immer größer zu werden.

Nach einem harmlosen Magen-Darm-Infekt machte mir der Weg zur Schule ( damals besuchte ich die 12. Klasse einen Gymnasiums) immer mehr Probleme. Ständig hatte ich Angst davon, mich in der Schule übergeben, oder eine Toilette aufsuchen zu müssen. Um ehrlich zu sein war der Besuch der Schule für mich immer eine Qual.
Schon bevor ich das Haus verlassen hatte plagten mich extreme Bauchschmerzen sowie Durchfall.
Zu Beginn rechnete noch niemand mit einer Angststörung und somit besuchte ich gefühlte 100x meinen Hausarzt, um verschiedene Tests durchführen zu lassen, um erneut eine Krankmeldung für die Schule zu bekommen, um eine Lösung für mein Problem zu bekommen.
Nach mehreren Test war dann jedoch klar:
Mein Körper ist vollkommen gesund. Durchfall und Übelkeit können kein Verschulden einer körperlichen Erkrankung sein.
Dies ändert jedoch nichts an meinem morgendlichen Problem. An manchen Tagen machten mir die Angst vor einer unangenehmen Schulsituation das Leben zur Hölle und ich schaffte es nicht mal das Haus zu verlassen. Mit der Gewissheit nicht zur Schule zu müssen ging es mir jedoch schlagartig gut und einem entspannten Morgen zu Hause stand nichts mehr im Wege.
Nach weiteren Arztbesuchen auf der Suche nach einer Lösung für das Problem wurde dann zum ersten Mal die Diagnose Schulangst diagnostiziert.
Mir fiel es sehr schwer mich mit der Krankheit zu identifizieren, weil ich sie mir nicht eingestehen wollte.
Trotzdem konnte ich mich zu einer Therapie überwinden, welche mir zunächst auch weiterhalf.Die Fehlzeiten in der Schule wurden geringer und dank verschiedener Therapieinhalte konnte ich mich durch Tricks selbst beruhigen, sodass ich einen Morgen in der Schule aushalten konnte.
An manchen Tagen klappte dies gut, an anderen eher weniger. Nach meinen Schulabschluss im Sommer 2015 war ich mir jedoch sicher:
Einem Leben ohne Angst steht nichts mehr im Wege.
Damit habe ich mich jedoch leider getäuscht..

Ich werde ich euch in diesem Blog von meiner Angst erzählen und euch auf mitnehmen auf meinem Weg diese Angst zu besiegen.

Ich beginne mit der Einnahme von Escitalopram und werde zeitnah eine Verhaltenstherapie beginnen.
Ich hoffe, ich kann euch mit dem Blog unterstützen und euch Kraft geben.

3.10.15 10:46

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