Paris - hätte schön werden können

So, meine Ferien hatten also begonnen und ich freute mich tierisch auf meinen ersten Urlaub mit meinem Freund.
Es sollte für ein Wochenende nach Paris gehen.
Bereits im Januar 2015 hatten wir die Reise bei einem Reiseunternehmen in unserer Nähe gebucht und es sollte am ersten Augustwochenende mit dem Reisebus nach Paris gehen.
Ich konnte es kaum erwarten, bis dann der Tag der Abreise unmittelbar bevor stand.
Geplant war es morgens um 5 Uhr in den Bus zu steigen und nach einer knapp siebenstündigen Busfahrt das Ziel Paris, die Stadt der Liebe, zu erreichen.

In der Nacht der Abreise wurde ich zum ersten Mal mit meiner Angststörung konfrontiert.

Schon beim Packen am Vortag hatte ich ein mulmiges Gefühl, was ich aber unter allgemeiner Vorfreude abspeicherte. Dem war nicht so.
Die folgende Nacht vor der reinste Horror..
Ich konnte nicht einschlafen, bekam kein Auge und lag die ganze Nacht wach. Ich malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Von einsetzender Übelkeit, gepaart von Durchfall und Erbrechen im Bus, bis zu einem schrecklichen Autounfall, schwebte mir jeglicher Gedanke im Kopf vor, welcher den schönen Urlaub in einen absoluten Albtraum verwandelte.+ Je näher die Abreise rückte, umso schlimmer wurde es.
Ich fing unkontrolliert zu weinen und zittern an. Mir wurde schwindlig und schlecht. Ich verbrachte den Rest der Nacht im Badezimmer, in dem mich meiner Mutter zu beruhigen versuchte - Ohne Erfolg.

Ich kann schwer beschreiben wie ich mich fühlte und was genau in meinem Kopf vorging, mir aber aber eines völlig klar: Ich konnte die Reise nicht antreten.
Weil mir dies andererseits jedoch so absurd vorkam, als 19 Jähriges, eigentlich glückliches Mädchen eine dreitägige Reise mit ihrem Freund nicht antreten zu können, aus Angst irgendetwas könnte passieren, nahm ich all meinen Mut zusammen und lies mich zu der Haltestelle, an der unser Bus abfahren sollte fahre.
An diesem Morgen besiegte mich zum ersten Mal bewusst meine Angst.Ich konnte nicht in den Bus steigen.
Ich kann mich, da ich mich so in meiner Angst befand, nicht er genau erinnern, wie ich mich verhielt. Ich weiß nur, dass meine Hände vor Schweiß trieften, ich zitterte und mir unfassbar übel war. Außerdem habe ich ununterbrochen geweint und geschluchzt.
Mir war es nicht möglich die Reise anzutreten und so bin ich mit dem schrecklichen Gefühl versagt zu haben und meinem Freund seinen Urlaub nicht ermöglichen können nach Hause gefahren.
Dort ging es mir noch ein paar Stunden schlecht, dann war jedoch in meinem gewohnten Umfeld nichts mehr von den genannten Symptomen zu spüren.

Das schlechte Gewissen hält allerdings auch jetzt, knapp 2 Monate später noch an.

3.10.15 12:33

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